Die vier Säulen des Brandschutzes

Als Brandschutz werden alle Maßnahmen bezeichnet, die der Vorbeugung eines Feuers und der Bekämpfung eines Brandes dienen. Brandschutz ist deshalb so wichtig, weil er jeden angeht. Darauf machen immer wieder Nachrichten von spektakulären Großfeuern aufmerksam, die nicht nur Schäden in Millionenhöhe verursachen, sondern bedauerlicherweise oft auch Menschenleben fordern. Das kommt selbst in hoch entwickelten Ländern wie Deutschland vor.

Wird Brandschutz jedoch richtig organisiert und durchgesetzt, können Feuer jedoch in vielen Fällen verhindert oder der Schaden zumindest minimiert werden.

Die 4 wichtigsten Bestandteile des Brandschutzes

Der Brandschutz von Gebäuden gliedert sich in 4 Bereiche, die alle zusammenarbeiten. Bei Lektionen zum Thema Brandschutz wird gern von den 4 Säulen gesprochen, weil so wie Säulen ein Gebäude tragen, die 4 Bereiche zusammen erst den Brandschutz ermöglichen. Wenn eine Säule Schwächen aufweist, müssen die anderen gestärkt werden, um damit die Schwäche zu kompensieren.

Die 4 Säulen sind:

  • Baulicher Brandschutz
  • Anlagentechnischer Brandschutz
  • Organisatorischer Brandschutz
  • Abwehrender Brandschutz

In den folgenden Abschnitten werden die einzelnen Bereiche etwas näher erläutert.

Baulicher Brandschutz

Beim Neubau, der Sanierung oder Änderung der Nutzung stellen Bau- und Arbeitsschutzbehörden Anforderungen an den Brandschutz, die der Bauherr, Eigentümer oder Betreiber erfüllen muss. Dazu zählen unter anderem:

  • Auswahl der Baumaterialien und Bauteile nach Feuerwiderstandsklassen und Baustoffklassen
  • Unterteilung der Gebäude in Brandabschnitte, die durch Brandwände und Brandschutztüren voneinander getrennt sind
  • Einrichtung von Flucht- und Rettungswegen
  • Zugänglichkeit von öffentlichen Straßen

Anlagentechnischer Brandschutz

Dazu gehören alle fest installierten Systeme, die zur Alarmierung eines Brandes und seiner Bekämpfung dienen. Dazu zum Beispiel:

  • eine brandlastarme Elektroinstallation, die dezentral installiert und mit Fehlerstrom-Schutzschaltern mit einem Bemessungsfehlerstrom kleiner als 300 mA ausgerüstet wird (Elektrizität ist für ein Drittel aller Brände verantwortlich)
  • Brandmeldeanlagen (BMA) nach DIN 14765
  • Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA)
  • Anlagen zur Versorgung mit Löschwasser
  • automatische Feuerlöschanlagen (Sprinkleranlagen, Nebellöschanlagen)
  • nicht selbsttätige Feuerlöschanlagen (freistehende Hydranten, Wandhydranten, Handfeuerlöscher, halbstationäre Löschanlagen)
  • Sicherheitsbeleuchtungsanlagen (Notbeleuchtung)
  • Rauch und Wärmeabzugsanlagen (RWA)
  • Überdruckbelüftungsanlagen um Fluchtwege wie Treppenhäuser rauchfrei zu halten
  • Brandschutzklappen in Kabelschächten

Organisatorischer Brandschutz

  • Bestellung von Brandschutzbeauftragten
  •  Bestellung von Brandschutzwarten für beispielsweise Sprinkleranlagen
  • Ausarbeitung eines Brandschutzkonzepts und einer Brandschutzordnung
  • Erstellung eines Evakuierungsplans
  • Ausarbeitung von Flucht- und Rettungsplänen nach §55 ArbStättV
  • Ausarbeitung von Alarm- und Einsatzplänen im Fall einer Katastrophe (beispielsweise bei Krankenhäusern) nach §14 KATSGBbg
  • Alarm- und Gefahrenabwehrpläne nach StörfallVo (BImSchG)
  • Kennzeichnung der Rettungswege und Brandschutzeinrichtungen
  • Schulung und Ausbildung des Personals auf dem Gebiet des Brandschutzes
  • Aufbau und Ausbildung einer firmeneigenen Feuerwehr

Abwehrender Brandschutz

Maßnahmen in dieser Kategorie dienen der unmittelbaren Bekämpfung eines Brandes. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Gewährleistung und Sicherstellung  der Versorgung mit Löschwasser
  • Anlegen von Zufahrten und Stellflächen für die Feuerwehr
  • Schaffung zentraler Anlaufstellen für die Feuerwehr
  • Einrichtung eines Schlüsselkastens ( Feuerwehrschlüsseldepot), damit im Brandfall die Feuerwehr Zugang zu allen Räumen hat
  • Erstellen eines Feuerwehrplans nach DIN 14095

Ob alle Brandschutzmaßnahmen in ausreichenden Maße umgesetzt worden sind, muss im »Brandschutznachweis«( Brandschutzkonzept) dokumentiert werden. In den Papieren müssen unter anderem folgende Angaben enthalten sein:

  • Das Brandverhalten der Baustoffe und Bauteile
  • Die Anforderungen an den Feuerwiderstand der Bauteile
  • Die Darstellung der Brand- und Rauchabschnitte
  • Abstände der Einheiten
  • Versorgung mit Löschwasser
  • Rettungswege
  • Feuerwehrzufahrten

Häufige Fehler beim Brandschutz

Immer wieder kommt es vor, dass vor allem beim baulichen Brandschutz gravierende Fehler gemacht werden, die ernste Konsequenzen nach sich ziehen können. Es kann zum Beispiel passieren, dass die Behörden zumindest teilweise Um- oder gar Neubauten verlangen oder auf teuren Nachrüstungen bestehen.

Recht häufig werden zum Beispiel in der Baugenehmigung erteilte Auflagen nicht eingehalten. Sonderbauvorschriften werden nicht beachtet oder fehlerhaft umgesetzt. Typische Beispiele sind fehlerhafte Ausführungen von Brandwänden und Brandschutztüren oder die mangelhafte bzw. vollständig fehlende Installation von Brandschutzklappen in Kabelschächten.

Nicht selten kommt es zu diesen Fehlern, weil der Bauherr sparen möchte. Da werden Personen mit der Ausführung der Aufgaben beauftragt, die weder über die notwendigen Fachkenntnisse noch Qualifikationen verfügen. Es werden Firmen mit der Ausführung der Arbeiten beauftragt, die nachweislich keine Facharbeiter beschäftigen. Diese verfügen in vielen Fällen nicht über die notwendigen Kenntnisse im Bereich des baulichen und technischen Brandschutzes.

Viele Unternehmer oder Betreiber machen sich auch nicht die Mühe, die ihnen übergebenen Dokumentationen auf Richtigkeit und Vollständigkeit zu überprüfen. Werden den Behörden Fehler in Ihren Brandschutzmaßnahmen bekannt, können Sie teure Korrekturen verlangen. Im Schadensfall kann es passieren, dass Sie zudem Ihren Versicherungsschutz verlieren.

Korrekte Brandschutzmaßnahmen zahlen sich aus

In mehrfacher Hinsicht zahlt es sich aus, wenn Sie Fachkräfte mit der Umsetzung der Maßnahmen des Brandschutzes beauftragen. Dadurch vermeiden Sie Brände mitsamt ihren hohen Folgekosten wie Löschwasserschäden und Produktionsausfälle. Mit etwas Verhandlungsgeschick ist es sogar realistisch, dass Ihre Versicherung ihre Prämien senkt. Es gibt Experten für alle 4 Säulen des Brandschutzes.

Sie sollten die Fachleute so zeitig wie möglich konsultieren und bereits in der frühen Phase des Projekts einbinden.

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