Warum »Baulicher Brandschutz« Leben rettet!

Was gehört eigentlich alles zum baulichen Brandschutz? Wir alle kennen Flucht- und Rettungspläne, Feuerlöscher und -melder, Brandschutztüren und Sprinkleranlagen mit denen Gebäude ausgerüstet werden. Aber Brandschutz beginnt schon viel früher!

Bei der Planung und Errichtung von Objekten ist ein Brandschutzsachverständiger vor Ort, um Bauherren beim Thema Brandschutz beratend zu unterstützen. Bereits bei der Auswahl der Baustoffe und Bauteile werden alle relevanten Brandschutzkriterien berücksichtigt. Diese gehören zu den baulichen Brandschutzmaßnahmen.

Was ist baulicher Brandschutz?

Baulicher Brandschutz ist ein Teil des vorbeugenden Brandschutzes. Er betrifft, wie der Name verrät, den Bau selbst und umfasst alle Vorkehrungen, die bei der Errichtung oder beim Umbau von Objekten und Anlagen für den Brandschutz getroffen werden.

Beispielsweise werden Baustoffe und Bauteile auf ihre Widerstandsfähigkeit und ihr Brandverhalten geprüft. Außerdem sind Fluchtwege zu planen und zu bewerten, sowie Feuerwehrzufahrten oder Löschwasseranschlüsse beim Bau mitzuprüfen.

Welche Aspekte umfassen bauliche Brandschutzmaßnahmen?

Wie bereits erwähnt gibt es verschiedene Aspekte, die beim baulichen Brandschutz berücksichtigt werden. Hier ein Überblick zu den Kriterien und Maßnahmen des baulichen Brandschutzes:

  • Brandverhalten sowie Widerstandsfähigkeit von Bauteilen und Baustoffen
  • Aufstell- und Bewegungsflächen für die Feuerwehr
  • Planung von Flucht- und Rettungswegen sowie die Installation von Notbeleuchtung
  • Abtrennung von Brandabschnitten, zum Beispiel durch Brandwände und Brandschutztore
  • Löschwasseranbindung und Versorgung mit ausreichendem Löschwasser
  • Planung von Kanälen, Leitungen und Isolationen für Lüftungsanlagen, Gas-, Wasser- und Heizungsinstallationen sowie entsprechenden Absperrvorrichtungen

Der zuständige Brandschutzsachverständige berät den Bauherrn bei der Auswahl der Baustoffe und Bauteile. Je nach Nutzung der Objekte und Räume werden die Materialien anhand ihres Brandverhaltens und ihrer Feuerwiderstandskraft ausgewählt.

Als weitere Aufgabe unterteilt der Sachverständige das Gebäude in Brandabschnitte. Diese werden durch feuerbeständige Wände getrennt, welche die Ausbreitung des Feuers auf die anderen Areale verhindern sollen. Es werden Flucht- und Rettungswege eingeplant sowie die Anbindung an das Löschwasser. Die Verlegung von Kabeln, Leitungen und Rohren wird nach Sicherheitsanforderungen konzipiert, sodass die Gefahr von Brandentstehung und Brandausbreitung reduziert wird.

Brandschutznachweise beim Bau – Was ist erforderlich?

In Deutschland gelten bestimmte Auflagen für Bauvorhaben. In Deutschland geht der Bauherr vor dem Baubeginn einen langen Weg auf administrativer Ebene oder anders gesagt: Es müssen Beurteilungen, Bauvorlagen und andere Dokumente für eine Baugenehmigung eingereicht werden.

Ein wichtiger Teil ist hier der Brandschutz. Nach § 66 der Musterbauordnung (MBO) sind geprüfte, bautechnische Nachweise erforderlich, welche die Einhaltung von Brandschutz- und anderen Anforderungen bestätigen.

In einem Brandschutzkonzept werden alle brandschutztechnischen Vorhaben, Zielvorstellungen und auch Abweichungen von baurechtlichen Vorschriften festgehalten. Außerdem umfasst es die verschiedenen Möglichkeiten des abwehrenden Brandschutzes, also welche Mittel zur Verfügung stehen müssen und welche Anforderungen diese haben (z.B.: die Wartung von Sprinkleranlagen).

Was nützt baulicher Brandschutz?

Die Auflistung dieser Kriterien und Maßnahmen baulichen Brandschutzes zeigt, wie unterschiedlich diese sind. Jede dieser Maßnahme erfüllt aber individuelle Schutzziele.

Die Einteilung eines Gebäudes in Brandabschnitte sorgt dafür, dass das Feuer innerhalb eines Abschnittes in Zaum gehalten werden kann und nicht auf andere Bereiche übergreifen kann. Dafür werden spezielle Brandwände und Brandschutztüren eingebaut. Brandschutzbeschichtungen verbessern zusätzlich die Brandschutz-Eigenschaften der beschichteten Baustoffe.

Ein immer größer werdendes Thema beim baulichen Brandschutz sind Leitungen und Rohre. Lüftungs-, Gas-, Wasser- und Heizungsinstallationen tauchen bei großen Gebäuden zahlreich auf. Die Leitungen verlaufen oft nicht nur in einem Areal. Sie erstrecken sich durch verschiedene Brandabschnitte und stellen dadurch Übergänge zwischen den Bereichen dar. Bei solchen Bauten mit großer Nutzfläche und hohen Menschenandrang sind daher zusätzliche Maßnahmen wie zum Beispiel das Schotten dieser Installationen umso wichtiger.

Weitere zusätzlichen Feuerschutzeinrichtungen können zum Beispiel Brandmeldeanlagen sein. Sie dienen als Prävention, um rechtzeitig vor einem Brand zu warnen und eine frühzeitige Evakuierung zu ermöglichen.

Notbeleuchtungen sorgen dafür, dass selbst bei einem Stromausfall der Fluchtweg unfallfrei genutzt wird. Für einen Fluchtweg sollte immer die kürzeste Strecke, ohne Hindernisse, gewählt werden. Bei den meisten größeren Gebäuden sind sogar zwei bauliche Rettungswege (Treppen) vorgeschrieben.

Fazit: Warum ist baulicher Brandschutz wichtig?

Die Gefahren eines Brandes dürfen niemals unterschätzt werden. Oft sind es keine Verbrennungen, die die Menschen bei der Flucht behindern oder auch zum Tod führen, sondern Rauchvergiftungen. Diese treten häufiger auf, da sich der Rauch schneller verbreitet als das Feuer selbst.

Darum sind der nötige Schutz vor der Entstehung und Ausbreitung eines Brandes, sowie die Maßnahmen zur Flucht und Bekämpfung für jedes Gebäude essenziell. In Deutschland sind die Regelungen strikt und gewissenhaft fest verankert. Aus unserer Sicht sind die strikten Regelungen sinnvoll und auch wesentlich.

Vorbeugender Brandschutz folgt nicht umsonst dem Motto: Vorsicht ist besser als Nachsicht.

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