Als Brandschutzsachverständiger führen viele Wege zum Ziel

Wie wird man eigentlich Brandschutzbeauftragter? Als Kind hat man so einige Traumberufe fürs Erwachsenenleben. Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau gehören zu den Top 10 der Wunschjobs.

Später wandeln sich diese Träume etwas ab. Vielleicht ist die Arbeit bei der Feuerwehr doch nicht das Richtige, aber dafür eine Position als Gutachter oder Sachverständiger in Sachen Brandschutz?

Welche Wege zum Job als Brandschutzsachverständiger führen, erklären wir im folgenden Text:

Was macht ein Brandschutzgutachter?

Ein Brandschutzgutachter oder -sachverständiger hat oft eine beratende Funktion. Er kann vor und während des Baus einem Bauherrn, oder Betreibern von Sonderbauten, zur Seite stehen und sich um Fragen bezüglich des baulichen, technischen und organisatorischen Brandschutzes kümmern.

Häufig kommt er auch erst nach einem Brand zum Einsatz und beschäftigt sich mit der Ermittlung von Brandursachen.

Wie wird man Brandschutzsachverständiger?

Vorneweg: Gutachter und Sachverständiger sind keine geschützten Bezeichnungen. Das heißt, dass sie ohne staatliche Prüfung verwendet werden können und die Begriffe Brandschutzgutachter, Brandschutzsachverständiger sowie Brandschutzbeauftragter oft als Synonyme auftauchen. Ohne Zertifizierung erfolgt für gewöhnlich keine Bestellung in den oben genannten Bereichen. Um qualifizierte Brandschützer auszubilden, haben sich daher verschiedene Wege etabliert:

1. Ausbildung zum Brandschutzbeauftragten

Einige Unternehmen in Deutschland bieten den Ausbildungsberuf Brandschutzbeauftragter an. Dabei fallen keine verpflichtenden Regelungen zur Ausbildung an. Allerdings gibt es folgende Leitlinien, an denen sich die Lehrinhalte orientieren sollten:

Vfbd steht für die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V. Laut dessen genannten Richtlinie dauert die Ausbildung zum Brandschutzbeauftragten mindestens 64 Lehreinheiten à 45 Min. Abschließend erfolgen eine mündliche und schriftliche Prüfung. Für die Teilnahme an der Ausbildung ist eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine gleichwertige Qualifikation Grundvoraussetzung. Gleiches gilt für Weiterbildungen und Fortbildungen.

2. Weiterbildung zum Brandschutzsachverständigen

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat ein Zulassungsverfahren eingeführt, um Sachverständige öffentlich zu bestellen und zu vereidigen. Interessenten haben die Möglichkeit, sich für eine Weiterbildung bzw. Fortbildung zum Brandschutzbeauftragten anzumelden. Weitere Kursanbieter wie der SSB, EIPOS, TÜV-Süd sowie TÜV-Nord haben ähnliche Kursangebote oder kooperieren mit der IHK. Je nach Standort und Seminarbetreiber werden folgende und ähnliche Fortbildungen angeboten:

  • Fachplaner für vorbeugenden Brandschutz
  • Sachverständiger für vorbeugenden Brandschutz
  • Fachbauleitung Brandschutz
  • Sachverständiger brandschutztechnische Bau- und Objektüberwachung
  • Fachplaner und Sachverständiger für den vorbeugenden baulichen Brandschutz
  • Zertifizierte Brandschutzfachkraft

Einige der Kurse bauen aufeinander auf. Die Dauer zur Fortbildung als Brandschutzbeauftragten beträgt in der Regel ca. sechs Monate und ist auch berufsbegleitend, an Wochenenden sowie über das Arbeitsamt und Jobcenter zu belegen.

Zertifikate von Weiterbildungen zum Brandschutzsachverständiger haben meist eine Gültigkeit von zwei bis drei Jahren. Diese können durch Auffrischungskurse aktualisiert werden. Beim TÜV beispielsweise ist eine solche Rezertifizierung alle drei Jahre notwendig.

3. Brandschutzbeauftragte ohne Lehrgang

Einige Berufsgruppen können nach vfdb 12/09-01-2009-03 auch ohne spezielle Weiterbildung als Brandschutzbeauftragte gestellt werden. Diese Personen benötigen:

  • eine abgeschlossene Ausbildung zum gehobenen und höheren feuerwehrtechnischen Dienst,
  • eine abgeschlossene Ausbildung zum mittleren feuerwehrtechnischen Dienst für hauptamtliche Kräfte, wenn sie hauptamtlich für den betreffenden Betrieb tätig sind und die Kenntnisse der Brandschutzbeauftragten-Ausbildung nachweisen können, oder
  • ein abgeschlossenes Hochschul- oder Fachhochschulstudium in der Fachrichtung Brandschutz.

Inhalte der Brandschutz-Kurse:

Die Weiterbildung zum Beruf des Brandschutzbeauftragten umfasst verschiedene Themen, unter anderem über rechtliche und technische Grundlagen. Zu den grundlegenden Themen der Brandschutz-Seminare gehören für gewöhnlich:

  • Grundlagen und Vorschriften des Brandschutzes
  • Vorbeugender Brandschutz, inkl. baulicher Brandschutz, technischer Brandschutz sowie betrieblicher und organisatorischer Brandschutz
  • Brandschutzfachplanung und Umsetzung
  • Baugenehmigungsverfahren und Sonderbauten und deren brandschutztechnischen Anforderungen

Nach Bestehen der Aus- oder Weiterbildung sind die Teilnehmer für die Erstellung von ganzheitlichen und genehmigungsfähigen Brandschutzkonzepten sowie Brandschutznachweisen qualifiziert. Als Brandsachverständiger können die Absolventen außerdem Brandursachen untersuchen.

Fazit: Warum Brandschutzsachverständiger werden?

Als Brandschutzsachverständiger bekleidet man eine wichtige und verantwortungsvolle Rolle. Als Berater von Bauherrn sorgt der Brandschutzexperte mit seinem Knowhow für die Erfüllung aller brandvorsorglichen Anforderungen und Maßnahmen. Der Brandschutzfachmann als Beruf umfasst dabei unterschiedliche Aufgabenbereiche – von der Planung über die Umsetzung vor Ort bis hin zur Wartung und, falls nötig, der Analyse und Beurteilung von Brandursachen.

Bevor es um die Aus- oder Weiterbildung zum Brandschutzgutachter geht, bedarf es mindestens einer vorherigen Berufsausbildung. Die Seminare für die Zertifizierung können vom aktuellen Arbeitgeber übernommen werden, aber auch vom Arbeitsamt oder Jobcenter. Damit das Wissen frisch bleibt, sind Rezertifizierungen notwendig. D.h. alle zwei bis drei Jahre muss ein kostenpflichtiger Auffrischungskurs besucht werden.

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